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Sie haben mich gerettet :-)
Die Vorbereitung lief bei uns mehr oder weniger akzeptabel. Wir waren alle mal krank.
Nach meiner Krankheit in der Vorbereitungszeit beschloss ich für mich, nicht den Marathon zu laufen, sondern gemeinsam mit meinen Trainingspartnern den Halbmarathon anzugehen.
Unseren Trainingsplan konnten wir soweit einhalten. Am Samstag (07.05.11) fuhren wir mit dem Auto nach Mainz, holten unsere Unterlagen ab und schlenderten noch einwenig über die Messe.
Am Sonntag war es soweit!
Nachdem wir mit dem Zug ankamen, gingen wir vom Bahnhof zum Kongresszentrum.
Hier konnten wir uns in der Tiefgarage umziehen und die Taschen abgeben.
Wir waren noch zu viert - Oliver Gall, Wolfgang Pietsch, Martin Peters und ich. Bei Kai Bischoff und Michael Baldenbach spielte die Gesundheit nicht mit, so dass sie ihre Teilnahme absagten.
Es trafen sich also bei sonnigem Wetter, am heiligen Tag der Mütter, mehr als 10000 lauffreudige in Mainz (oder sollte ich bei dem Wetter „laufbekloppte“ sagen?).
Der Startschuss erfolgte um 09:30Uhr durch OB Beck. Die Massen setzten sich in Bewegung.
Die Uhr zeigte bei unserem Überschreiten der Startlinie bereits 09:45Uhr.
Bei lautstarker Unterstützung der Zuschauer (Trommeln, Gesänge und Applaus) versuchten wir unser Tempo zu finden. Dieses Vorhaben war am Anfang sehr schwer, da man im Pulk immer Slalom laufen musste, um einigermaßen sein Tempo zu halten.
Mein Ziel war es, die Gruppe in einer Zeit von 2 Stunden und 6 Minuten durchzubekommen. Diese Vorgabe wurde noch am Vortag von meinen Sportskameraden belächelt. So nachdem Motto 2 Stunden und 15 Minuten hören sich auch gut an.
Bei unserer Zeit mussten wir 10km/h laufen, d.h. den Kilometer in 6 Minuten.
Nach anfänglichem Zick Zack liefen wir uns ein. Kilometer für Kilometer zeigte meine Uhr 5:50Minuten an. Als ich dann nach 4-5 Kilometer die ersten Läufer gehen (!!!!) sah, überkam mich ein ungutes Gefühl. Waren wir bei der Hitze zu schnell angegangen?
Ich konnte fast bei jedem Kilometer eine „Minusangabe“ machen.
Nach 6 Kilometer waren wir bereits bei -60 (60 Sekunden unter den 2Stunden und 6 Minuten) und es stieg kontinuierlich. Hier sei noch mal für einen Läufer erklärt: Minus heißt: Wir sind unter unser vorgegebenen Zeit. Also besser als erwartet :-)
Alle 3-4 Kilometer waren „Wasserstellen“. Man kann sich vorstellen, dass diese sehr begehrt und des Öfteren der Zutritt mehr als schwerlich war. Aber viel trinken war an diesem Tag Pflicht!!
Nach der ersten Wasserstelle liefen wir nur noch zu dritt. Martin hatte einige Probleme, so dass er sich zurück fallen lassen musste.
Bei Kilometer 11 kamen dann erste Unmutsäußerungen :-) bitte nicht schneller …. Tz ich war froh, dass ich an diesem Tag mithalten konnte.
Unser Tempo blieb mehr oder weniger gleich, ab und zu durch die Wasserstellen aus dem Tritt, fast immer um die 5:50Minuten.
Dann kam die Strecke Richtung Mainz-Weisenau!!
Man stelle sich vor, die ersten 15 Kilometer hinter sich zu haben. Jetzt läuft man bei gefühlten 40 Grad 3 Kilometer nach Weisenau rein (kein Schatten, kein Wind – andere Läufer kommen einem wieder entgegen), um zu wenden und die Strecke wieder zurück zu laufen (die Hölle!). Aber nichts desto trotz hielten wir uns unter 6 Minuten auf den Kilometer.
2-3 Kilometer vorm Ziel setzte sich Wolfgang etwas ab, Olli bot mir an, ruhig mit ihm zu laufen, was ich dankend ablehnte.
Es kamen jetzt wirklich Gedanken auf, gehe ich ein Stückchen?
Nix da, dass hätten wir uns ewig von Wolfgang anhören müssen :-). Also zogen wir an (meine Uhr zeigte kurzfristig 14km/h) und schlossen wieder auf.
Den letzten Kilometer liefen wir wieder zusammen, um dann gemeinsam Händchen haltend die Ziellinie zu überschreiten. Nicht einen Meter weiter!!!
Hurra – die Uhr zeigte 2 Stunden 4 Minuten und 37 Sekunden!!
Bei Oli 1 Sekunde weniger, da er zuviel Biathlon gesehen hat :-)
Im Ziel gab es Wasser, Isodrinks, ein alkoholfreies Erdinger Weizen, Bananen und lauwarme Bretzel.
Martin kam in 2 Stunden und 25 Minuten ins Ziel.
Nachdem die ersten adrenalingesteuerten Gespräche etwas nachließen, holten wir unsere Taschen wieder ab, zogen uns um. Da wir alle Warmduscher sind und keinen Bock auf kalte provisorische Duschen hatten, musste Abtrocknen und Deo reichen.
Wieder von der Tiefgarage auf dem Vorplatz der Halle angekommen, begrüßten uns unsere hauseigenen Fans (Maren und Michael Baldenbach) mit gekühltem Weizen.
Wir gaben uns dann auf den Bierzeltbänken der Sonne hin und genossen das eine oder andere Weizen bzw. Pils. Völlig erschöpft und leicht bis mittelmäßig angetrunken, kamen wir gegen 17:00Uhr mit dem Zug/Bus zu Hause an.
Mein Fazit lautet für diesen Lauf:
Oli, Wolfgang und Martin sind noch nie an einem Stück so weit gejoggt.
An diesem Tag haben mich meine Trainingspartner mitgezogen und gerettet.
Ich habe wieder die Stimmung und das ambiente Drumherum genossen. Kann sagen, dass ich doch etwas stolz auf das Erreichte bin :_) Ich kann jedem nur empfehlen – einmal mitzumachen.
Mittlerweile haben die Buben (glaube ich jedenfalls) ein bisschen Spaß an der Sache. Die nächsten Wochen werden wir etwas lockerer angehen, um uns dann ab Juli auf den nächsten Höhepunkt vorzubreiten.
Stadtlauf Bingen am 04 September 2011 – unsere Zeit heißt dann 52 Minuten minus X das wird eine harte Nuss, schauen wir mal…
Weitere Läufe werden vielleicht spontan gemeldet.
Nächste Jahr heißt es wieder, ab nach Mainz und mal schauen was geht.
Für Alle die Lust am Laufen haben oder es einfach ausprobieren will – ihr seid Herzlich Willkommen.
Zurzeit treffen wir uns immer montags und donnerstags um 19:00Uhr am Sportlerheim in Dietersheim. Einfach mal vorbeikommen und mitlaufen, bei uns kommt jeder an :_)
In diesem Sinne
Jens Stubbe |